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Interview mit: Helena Baum

Wie viele Bücher haben Sie bisher veröffentlicht?
Zwei, ein drittes Buch kommt vor dem Sommer 2018

Seit wann schreiben Sie?
Romane und kleinere Texte seit 2016

Was war Ihr erstes Buch?
„Erst mal für immer. Kreta“ Eine autobiografische Geschichte um die Zeit unseres Aussteigens aus dem bisherigen Leben und Gewohnheiten.

Was hat Sie zum Schreiben gebracht?
Als klar war, dass wir die Insel wieder verlassen werden, wusste ich, ich muss die Geschichte aufschreiben. Es war wie ein unsichtbarer Sog. Die Worte sprudelten mal, mal flossen sie, nie gab es einen Stau. Die Zielgruppe, nach der oft gefragt wird, waren meine beiden Enkelkinder. Ich habe sie mir als junge Erwachsene vorgestellt und wollte ihnen dieses: „Geht, geht los. Traut Euch“ mitgeben.

Zu welcher Tageszeit schreiben Sie am liebsten?
Gleich morgens, nach dem ersten Kaffee und gerne auch unterwegs. Im Zug, auf Bahnhöfen, im Flieger, bei meinen Langstreckenflügen in die USA.

Was inspiriert Sie?
Es muss mich berühren. Es ist: das Thema, ein Mensch, ein Verhalten, eine Entwicklung, Begegnungen, Geschichten, die ich gehört habe. Manchmal ist das ganz klein, manchmal größer. Im Buch „Die dreckigen Dreißiger“ gibt es die Szene, in der Flori von dem ersten Blick in die Augen ihres Babys erzählt und dem Abgrund, dem sie da begegnet. Das war ursprünglich ein Gespräch mit einer völlig anderen Frau in einer Therapiestunde, völlig anderes Setting. Hat mir aber Gänsehaut über den Körper gejagt und ich wusste, das behalte ich.

Wo, in welcher Umgebung, schreiben Sie?
Oh, da hatte ich oben schon was gesagt. Ergänzend noch: im Bett, auf dem Sofa, in der Toskana auf der Terrasse. Es wechselt ständig.

Trinken oder essen Sie während Sie schreiben?
Nur Kaffee.

Hören Sie Musik dabei? Wenn ja, welche?
Nein, ich brauche es ruhiger, um in die Geschichte zu versinken. Musik würde mich ablenken.

Planen Sie oder schreiben Sie einfach drauf los?
Es ist ein Mix. Ich brauche die drei Akte Anfang, Mitte, Ende, das große Thema und die Konflikte. Bei den Konflikten eher die inneren der Protagonisten als die äußeren, die kommen beim Schreiben dazu. Meistens fügt sich das, was von außen kommt organisch ein. Plötzlich kann eine Szene nur so oder so weitergehen. Bin aber eher ein „Fühlmensch“. Selbst wenn ich alles mit super Plot und kleinschrittig durchdacht hätte, muss es sich stimmig anfühlen. Zu viel Struktur engt mich ein.

Welche Art von Büchern lesen Sie persönlich gern?
Ich liebe auch Belletristik mit viel Gefühl, Humor und eine Prise Drama. Am liebsten will ich weinen, lachen und es soll spannend sein. Gute Psychothriller mag ich auch. Bin aber eher Fan von fein gelegten Spuren, unerwarteten Wendungen und Gänsehaut. Weniger Fan von Blut, Gewalt und Horror.

Wer ist in der Schriftstellerwelt Ihr Vorbild?
Vielleicht John Irving, Jack Kerouac, Connie Palmen, Juli Zeh, John Green, Jojo Moyes und wirklich viele, viele andere.

Wenn Sie nicht schreiben würden, was wäre dann Ihre Erfüllung?
Das ist eine gute Frage. Bis vor kurzem hätte ich gesagt, Psychotherapeutin zu sein erfüllt mich total. Aber wenn Schreiben wegfallen würde, bräuchte ich etwas Neues. Zusätzlich zu meinem geliebten Hauptberuf. Darüber muss ich nachdenken. Wie Du siehst, ist es ist gar keine Option, dass das Schreiben wegfällt.

Welches Sternzeichen haben Sie?
Löwe

Mit welchen drei Worten würden Sie sich beschreiben?
Lebendig, wach, humorvoll

Was machen Sie leidenschaftlich gerne?
Schreiben, reden, schweigen

Welche Schwächen haben Sie?
In manchen Bereichen bin ich ungeduldig, wenn mir alles zu viel wird, gehe ich in den Rückzug und bin erst mal weg.

Was bringt Sie zum Lachen?
Ziemlich viel, auch die Witze von 6jährigen... gehen zwei Tomaten über die Strasse und so... alles, was albern ist, steckt mich an. Und ich glaube, ich stecke auch viele mit meiner Albernheit an.

Was war der lustigste Moment in diesem Jahr?
Als meine Eltern als Überraschungsgäste bei meiner allerersten Lesung waren und ich das Wort „Erektion“ lesen musste.

Kochen Sie gern? Wenn ja, was am liebsten?
Gern ist übertrieben. Ich koche. Einfaches Nudeln mit irgendwas, Reis mit irgendwas oder Kartoffeln mit irgendwas.

Was würden Sie drei Tage lang ohne Strom machen?
Lesen und schreiben geht immer, auch ohne Strom. Aber drei Tage ist lange. Vielleicht würde ich zwischendurch in ein Cafe fahren, was essen und trinken und per Internet in die Welt senden, dass ich keinen Strom habe. Abends die Kerzen anzünden und früh schlafen gehen.

Was ist Ihr Lieblingszitat?
Hab ich nicht, wechselt auch immer. Gerade ist da nichts.

Was wird Ihnen die Zukunft bringen?
Mehr Buchveröffentlichungen, ein letzter Umzug in Italien, viel Zeit in Portland bei meiner Tochter und ihrer Familie, ein paar Reisen, Menschen, die immer weiter zu mir finden und mich als Therapeutin buchen, viel Langsamkeit und das alles zusammen mit meinem jetzigen Partner. Er weiß es nur noch nicht.

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